Hiddensee – Inselgeschichten aus einer anderen Zeit

Preis: 19,80 €
ISBN 978-3-00-023780-5

Erschienen 2008

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Marion Magas – Rund ums Wort

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DDR-Zeitzeugnisse von Inselfreunden und Lebenskünstlern II

288 Seiten, 4 Reproduktionen von Ölbildern, 102 photografische und 9 graphische Abbildungen.
29 Autoren haben 37 kleine und größere Hiddenseegeschichten aus den Jahren 1940 bis 1991 aufgeschrieben, drei Lyriker haben einige Gedichte geliefert.

„Hiddensee – Inselgeschichten aus einer anderen Zeit“ erzählt Geschichten aus einem Land, das es so nicht mehr gibt.

Ähnliches ist auch in „Hiddensee – Versteckte Insel im verschwundenen Land“ zu lesen, dem Vorgänger des Buches, das Sie gerade in den Händen halten. Während dort die siebziger und achtziger Jahre ins Zentrum gerückt sind, ist hier nun der Bogen ein wenig weiter gespannt.

Die Erlebnisberichte beginnen in den vierziger Jahren. Es gibt bisher Unbekanntes aus den Fünfzigern und Sechzigern zu lesen und auch die Siebziger und Achtziger sind wieder mit Geschichten vertreten. Viele von ihnen lassen schmunzeln, weil Absurdes liebevoll berichtet wird. Könnten Sie sich vorstellen, eine Diplomprüfung am Strand abzulegen, vor der Sandburg eines Professors? Oder mußten Sie schon mal auf der Flucht vor der im Sperrgebiet eingesetzten Amtsperson aus Ihrem Urlaubsquartier in die Büsche flüchten? Können Sie sich den 1. Mai auf Hiddensee aus der Vogelperspektive vorstellen? Die einzige Straße der Insel unter strahlend blauem Himmel mit Menschen, vereinzelt oder gruppenweise Richtung „Heiderose“ marschierend – und am Bessinstrand Einwohner und Gäste, ihre nackten Brüste mit Nelken geschmückt? Auf beiden Seiten ein schöner Feier-Tag. Aber ebenso wird auch die Zäsur, die der Mauerbau 1961 darstellte, und die auch auf Hiddensee ihre Spuren hinterließ, immer wieder spürbar. Von da an nämlich wurde die DDR für die in ihr lebenden Menschen zwangsläufig zum Lebensmittelpunkt – im ganzen Land entstand eine Art Inselbewußtsein. Dadurch etablierte sich die Grundstruktur einer Identität. Es kam zu einer Aufwertung von Heimatgeschichte.

Schon im Kind sollte die Liebe zur Heimat und zur Natur geweckt werden. Der im Heimatkundeunterricht vermittelte Heimatbegriff förderte ein Stückchen Erdverbundenheit zutage, mit dem der Einzelne sich aufs engste verwoben fühlen sollte. Heimat mußte jedoch nicht mit dem Geburtsort identisch sein, viele definierten mit diesem Begriff eher ihren sozialen Lebensbereich.

Bei einem Teil der Bewohner der ‚Insel-Heimat‘ DDR entwickelte sich ein Gefühl des Zurechtkommens, bei anderen eines der Zerrissenheit. Das Gegebene wurde in Frage gestellt, nach einer anderen Wirklichkeit wurde gesucht. Manch einer fand sie in der Privatsphäre, manch einer im Dagegenhalten, manch einer, indem er sich eine Nische suchte und manch einer eben auf Hiddensee.

Mit den hier zusammengetragenen Begebenheiten soll anhand persönlicher Erlebnisse eine DDR gezeigt werden, die mit ihrem Verschwinden eine Menge Diskussionen ausgelöst hat. Geblieben sind Geschichten, die der Vergangenheit angehören. Geschichten, die sich auch auf Hiddensee zugetragen haben.

Die unverwechselbaren, ganz persönlichen Lebensmomente sollen neugierig machen, im heiteren Erzählstil Schwächen bloßstellen, Identität zurückholen oder sich einer neuen Realität stellen.